Pipsologie- Die Chronologie der Griechenlandkrise

Die Chronologie der Griechenlandkrise

Hier ver­öf­fent­li­che eine Zusam­men­fas­sung der Grie­chen­land Krise. Die Daten wur­den vor allem von www.reuters.com entnommen.

Die Chro­no­lo­gie einer grie­chi­schen Tra­gö­die (Grie­chen­land Krise)
Datum Ereig­nis
2. Mai 2010 Minis­ter­prä­si­dent Gior­gos Papan­d­reou ver­kün­det, dass die grie­chi­sche Regie­rung ein Ret­tungs­pa­ket für Grie­chen­land mit der EU und der IWF abge­schlos­sen hat. Im Gegen­zug kürzt die grie­chi­sche Regie­rung Ihr Bud­get um 30 Mil­li­ar­den Euro über drei Jahre. Der Deal ist das erste Ret­tungs­pa­ket für ein Mit­glied der Euro-Zone.
4/5. Mai 2010 Besch­fä­tigte des öffent­li­chen Sek­tors in Grie­chen­land orga­ni­sie­ren einen 48-Stunden lan­des­wei­ten Streik. Drei Men­schen wer­den getö­tet, als eine Bank in Brand gesetzt wurde.
6. Mai 2010 Das grie­chi­sche Par­la­ment ver­ab­schie­det die Budgetkürzungen.
10. Mai 2010 Poli­ti­ker aus aller Welt instal­lie­ren ein Notfall-Sicherheitsfond im Wert von 1 Bil­lion $, um eine inter­na­tio­na­len Finanz­krise zu ver­hin­dern. Die Euro­zone garan­tiert davon 440 Mil­li­ar­den, wovon, so sagen die EU-Minister, 250 Mil­li­ar­den von der IWF kommen.
7. Juli 2010 Das grie­chi­sche Par­la­ment ver­ab­schie­det eine Ren­ten­re­form im Ein­klang mit dem EU / IWF-Deal, und erhöht das Frauen Ren­ten­al­ter von 60 auf 65.
23. Mai 2011 Grie­chen­land ver­ab­schie­det einen Pri­va­ti­sie­run­gen­plan in Höhe von 50 Mil­li­ar­den Euro um Schul­den zu reduzieren.
8. Juni 2011 Athen ver­ab­schie­det zusätz­li­che Spar­ma­nah­men bis 2015, wei­tere Bei­hilfe zu erhalten.
13. Juni 2011 Grie­chen­land erhält die nied­rigste Kre­dit­wr­dig­keit in der Welt, nach­dem S & P Grie­chen­land um drei Stu­fen von B auf CCC herunterstuft.
17. Juni 2011 Papan­d­reou erneu­ert sein Kabi­nett und ernennt sei­nen wich­tigs­ten inner­par­tei­li­chen Riva­len, Evan­ge­los Veni­ze­los, als neuen Finanz­mi­nis­ter. Das neue Kabi­nett gewinnt eine Ver­trau­ens­ab­stim­mung am 22. Juni.
29. Juni 2011 Papan­d­reou gewinnt eine par­la­men­ta­ri­sche Mehr­heit zuguns­ten des Fünf-Jahres-Sparplan — und sichert neue Finanzierungen.
8. Juli 2011 IWF geneh­migt eine Aus­schüt­tung von 3,2 Mil­li­ar­den Euro zuguns­ten Griechenlands
21. Juli 2011 Die Euro-Zone und Regie­rungs­chefs ver­stän­di­gen sich auf ein zwei­tes Ret­tungs­pa­ket mit  109 Mil­li­ar­den € ; pri­vate Anlei­he­gläu­bi­ger sol­len rund 50 Mil­li­ar­den € bis Mitte 2014 davon beitragen.
2. Okto­ber 2011 Die grie­chi­sche Regie­rung pro­gnos­ti­zie­ren für 2011 ein Haus­halts­de­fi­zit von 8,5 Pro­zent des BIP.
21. Okto­ber 2011 Grie­chen­land geneh­migt wei­tere Spar­ma­nah­men, trotzt gewalt­sa­men Pro­teste in Athen und einem Generalstreik.
27. Okto­ber 2011 Euro-Zone erhö­hen das zweite Ret­tungs­pa­ket auf etwa 130 Mil­li­ar­den Euro. Sie über­re­den pri­vate Ban­ken und Ver­si­che­run­gen 50 Pro­zent Ver­lust auf ihre grie­chi­schen Anlei­hen zu akzep­tie­ren — eine Zahl, die in nach­fol­gen­den Ver­hand­lun­gen auf 70 Pro­zent stei­gen wird.
31. Okto­ver 2011 In einer Panik­re­ak­tion ruft Papan­d­reou zu ein Refe­ren­dum über die neu­es­ten Spar­mass­nah­men auf– ohne Rück­spra­che mit euro­päi­schen Politikern.
Der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Nico­las Sar­kozy und die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin Angela Mer­kel erkäl­ren Papan­d­reou, dass Athen keine zusätz­li­chen Hil­fen zuge­stan­den wer­den, bis das Par­la­ment Ihre Ver­pflich­tun­gen gegen­über der Euro-Zone zu erfüllen.
4. Novem­ber 2011 Auf­grund des Dru­ckes euro­päi­scher Poli­ti­kern lässt die grie­chi­sche Regie­rung das Refe­ren­dum fallen.
5. Novem­ber 2011 Papan­d­reou ber­steht eine par­la­men­ta­ri­sche Ver­trau­ens­ab­stim­mung und schafft es, Neu­wah­len zu vermeiden.
6. Novem­ber 2011 Papan­d­reou schliesst eine Koali­tion mit der Oppo­si­tion, um vor­ge­zo­gene Neu­wah­len zu ver­hin­dern. Im Rah­men der Ver­ein­ba­rung wird Papan­d­reou sich drei Tage spä­ter von sei­nem Amt verabschieden.
10. Novem­ber 2011 Der ehe­ma­lige Euro­päi­sche Vize­prä­si­dent der Zen­tral­bank Lucas Papa­de­mos wird zum neuen Füh­rer der Koali­tion ernannt. Er ver­spricht, dass Grie­chen­land den Ret­tungs­plan Grie­chen­lands vor Auf­ruf zu Neu­wah­len imple­men­tie­ren wird.
24. Novem­ber 2011 Der IWF begrüsst eine schrift­li­che Zusage von Anto­nis Sama­ras, Füh­rer der kon­ser­va­ti­ven Neuen-Demokratie-Partei, den grie­chi­schen Ret­tungs­plan zu unterstützen.
6. Dezem­ber 2011 Bei Pro­tes­ten vor dem Par­la­ment in Athen bricht Gewalt aus. Einige Men­schen wer­den ver­letzt und 38 wer­den verhaftet.
7. Dezem­ber 2011 Die neue Koali­tion ver­ab­schie­det ein Spar­pro­gramm für das Bud­get von 2012, die das Defi­zit auf 5,4 Pro­zent des BIP drü­cken soll– nach Zins­zah­lun­gen von Schulden.
14. Dezem­ber 2011 Die IWF kri­ti­siert, dass ver­ab­schie­dete Refor­men in Grie­chen­land nicht anhand des Zeit­plans umge­setzt werden.
6. Februar 2012 Eine zuneh­mend unge­dul­dige Mer­kel for­dert Grie­chen­land auf, die Bedin­gun­gen für das neue EU / IWF-Rettungspaket bald zu anzunehmen.
9. Februar 2012 Nach wie­der­hol­ten Ver­hand­lun­gen zwi­schen den Füh­rern der drei Koali­ti­ons­par­teien und einer dra­ma­ti­schen Nacht ver­ab­schie­det das Par­la­ment die neuen Auf­la­gen der EU und der IWF.
Die Spar­mass­nah­men in Grie­chen­land wür­gen das Wirt­schafts­wachs­tum ab. Die Arbeits­lo­sig­keit in Grie­chen­land steigt auf 20,9 Pro­zent. Die bei­den gros­sen Gewerk­schaf­ten GSEE und ADEDY rufen zu einen 48-stndigen Streik.
12. Februar 2012 Grie­chi­sche Gesetz­ge­ber befür­wor­ten die neue Spar­po­li­tik Grie­chen­lands nach einer 10 stün­di­gen Debatte. Tau­sende pro­tes­tie­ren in Athen. Mas­kierte Jugend­li­che fackeln Dut­zende von Gebäu­den und es kommt zum Zusam­men­stoss mit der Polizei.
15. Februar 2012 Athen ver­ab­schie­det zusätz­li­che Mass­nah­men, um noch­mals 325 Mil­lio­nen Euro einzusparen.
20./21. Februar 2012 Minis­ter der Euro­zone stim­men dem Ret­tungs­pa­ket von 130 Mil­li­ar­den Euro zu, und ver­ab­schie­den einen Plan für die Redu­zie­rung des grie­chi­schen Haus­halts­de­fi­zits auf 120.5% bis 2020.
8. März 2012 Nach eini­gen Unsi­cher­hei­ten betei­li­gen sich 85.6% der pri­va­ten Gläu­bi­ger “frei­wil­lig” an der Umschul­dung. Bei dem Deal ver­zich­ten pri­vate Gläu­bi­ger auf 53.5% Ihrer grie­chi­schen Anlei­hen und tau­schen Ihre kurz­fris­ti­gen Anlei­hen in Lan­grfris­tige. Erfor­dert waren zwei Drit­tel, aber erwar­tet wur­den 90%
9. März 2012 Grie­chen­land zwingt die nicht-freiwilligen Gläu­bi­ger, durch eine Zusatz­klau­sel im Gesetz, zur Umschul­dung. Der Bran­chen­ver­band ISDA (Inter­na­tio­nal Swaps and Deri­va­ti­ves Asso­cia­tion) hat dar­auf­hin am Frei­tag­abend die Zwangs­mass­nah­men Grie­chen­lands als Zah­lungs­aus­fall gewer­tet. Die Ent­schei­dung ist ent­schei­dend, weil die gezwun­ge­nen Gläu­bi­ger nun die Kre­dit­aus­fall­ver­si­che­run­gen (CDS– Credit Default Swaps) akti­vie­ren können.
12. März 2012 Grie­chen­land schliess nach einem über­wie­gen­den Ja der Pri­vat­gläu­bi­ger den Anlei­he­tausch im Rah­men des Schul­den­schnitts ab.
20. März 2012 Das grie­chi­sche Par­la­ment stimmt in der Nacht auf den 21. März dem zwei­ten Ret­tungs­pa­ket zu.
2. Mai 2012 Die Ratingsagen­tur Stan­dart & Poor stuft Grie­chen­land nach dem Anlei­heum­tausch von “selek­ti­ver Zah­lungs­un­fä­hig­keit” auf “CCC” herauf.
6. Mai 2012 Bei der grie­chi­schen Par­la­ments­wahl ver­lie­ren die Unter­stüt­zer des Spar­pro­gramms die Mehr­heit. Die Par­tei Syriza, die als Anti Ret­tungs­hil­fen Par­tei gilt, wird zweit­stärkste Partei.
15. Mai 2012 Die Gesprä­che einer Regie­rungs­bil­dung scheitern.
16. Mai 2012 Der Rich­ter Pana­gio­tis Pik­ra­me­nos wird zum Chef einer Über­gangs­re­gie­rung gewählt. Neu­wah­len wer­den für den 17. Juni angesetzt.
17. Mai 2012 Die Ratingsagen­tur Fitch stuft die Kre­dit­wür­dig­keit Grie­chen­lands wie­der herab.
29. Mai 2012 Grie­chi­sche Ban­ken erhal­ten gesamt 18 Mil­li­ar­den Euro aus dem Rettungsschirm.
8. Juni 2012 Das Brut­to­in­land­pro­dut Grie­chen­lands fällt im ers­ten Quar­tal um 6.5%
17. Juni 2012 Bei den Neu­wah­len der Grie­chen wer­den die Kon­ser­va­ti­ven die Stärkste Kraft im Par­la­ment (Sparmassnahmen-Beführworter). Zweit­stärkste Par­tei wird die Anti Spar­mass­nah­men Par­tei Syriza mit 27% im Parlament.
21. Juni 2012 Nach Ver­hand­lun­gen kommt es zu einer Koali­tion der neuen grie­chi­schen Regie­rung. Minis­ter­prä­si­dent wird der Kon­ser­va­tive Anto­nis Sama­ras. Die­ser for­dert mehr Zeit für die Umset­zung des Spar­pro­gramms sowie Reform­auf­la­gen der Renten.
25. Juni 2012 Zypern, das stark mit der grie­chi­schen Wirt­schaft ver­floch­ten ist, stellt einen Antrag, um unter den Ret­tungs­schirm EFSF und ESM zu flüch­ten. Zypern ist das fünfte Land, das seine euro­päi­schen Part­ner um Hilfe bittet.
2. Juli 2012 Ver­tre­ter der Troika (EU, EZB und IWF) kom­men zu einer Inspek­tion nach Grie­chen­land. Die Ver­tre­ter der Troike wol­len die Umset­zung des Spar­pro­gramms über­prü­fen, um Geld­sprit­zen im August und Sep­tem­ber in Höhe von 12.5 Mil­li­ar­den Euro freizugeben.
22. Juli 2012 Die IWF erwägt anhand von Medi­en­be­rich­ten einen Kre­ditstopp an Grie­chen­land. Bun­des­wirt­schaft­mi­nis­ter Rös­ler äus­sert sich skep­tisch über einen Ver­bleib Grie­chen­lands in der Eurozone.
6. August 2012 Die grie­chi­sche Regie­rung einigt sich mit sei­nen Kre­dit­ge­bern der Troika (EU, EZB und IWF) auf ein neues Sparpaket.
13. August 2012 Nach einem Rück­gang von 6.5% des BIP Grie­chen­lands im ers­ten Quar­tal schrumpft Grie­chen­lands BIP auch im zwei­ten Quar­tal um mehr als 6%.
14. August 2012 Grie­chen­land besorgt sich auf den Finanz­märk­ten über 4000 Mil­li­ar­den Euro und sichert somit die anste­hen­den Rück­zah­lun­gen an die EZB.
8. Sep­tem­ber 2012 Mit Mas­sen­pro­tes­ten in Tes­sa­lo­niki wol­len die grie­chi­sche Oppo­si­tion ein neues Spar­pa­ket von 11.5 Mil­li­ar­den Euro verhindern.
18. Sep­tem­ber 2012 Der grie­chi­sche Finanz­mi­nis­ter erklärt, dass nicht alle Vor­ga­ben der Geld­ge­ber erfüllt wer­den kön­nen, da die Wirt­schaft stär­ker als befürch­tet geschump­fen ist.
25. Sep­tem­ber 2012 Die Grie­chen brau­chen mehr Zeit und mehr Geld. Gemäss Grie­chen­land ent­stand eine Finanz­lü­cke bis 2014 von 13.5 Mil­li­ar­den Euro und sieht danach einen wei­te­ren Finanz­be­darf von 15 Mil­li­ar­den Euro vor.
18. Okto­ber 2012 Ein lan­des­wei­ter Streik der Gewerk­schaf­ter in Grie­chen­land stellt den gesam­ten Ver­kehr Grie­chen­lands lahm. Bei Schwere Aus­schrei­tun­gen in Athen stirb ein Mann. Die Aus­schrei­tun­gen sind gegen neue Sparmassnahmen.
6./7. Novem­ber 2012 Die grie­chi­sche Regie­rung will ein neues Spar­pa­ket ver­ab­schie­den, um die For­de­run­gen der Geld­ge­ber zu erfül­len. Gwerk­schaf­ten rufen dar­auf erneut zum Gene­ral­streik auf. Das Par­la­ment stimmt dem neuen Spar­pa­ket in Höhe von 13.5 Mil­li­ar­den Euro zu, trotz Pro­tes­ten auf der Strasse.
12. Novem­ber 2012 Das grie­chi­sche Par­la­ment ver­ab­schie­det das neue Haus­halts­bud­get für das kom­mende Jahr.
13. Novem­ber 2012 Die EU Finanz­mi­nis­ter sind bereit, Grie­chen­land zusätz­lich zwei Jahre für die Sanie­rung der Wirt­schaft zu las­sen. Unei­nig blei­ben sich die Finanz­mi­nis­ter jedoch in der Finan­zie­rung der zusätz­li­chen zwei Jahre.
21. Novem­ber 2012 EU-Finanzminister und die IWF kön­nen sich nicht auf die Frei­gabe der nächs­ten Tran­che an Grie­chen­land eini­gen (obwohl diese alle Auf­la­gen erfüllt hat). Die Frei­gabe wird um eine Woche vertagt.
27. Novem­ber 2012 Die Euro­gruppe und der IWF eini­gen sich auf eine Anpas­sung des Ret­tungs­pa­kets Grie­chen­lands. Die grie­chi­che Regie­rung erhält dem­nach eine Ver­län­ge­rung der Umset­zung der Spar­mass­nah­men und eine Zusage über einen Finan­zie­rung der Ver­län­ge­rung. Zusätz­lich wer­den bereits zuge­sagte Gel­der an Grie­chen­land freigesetzt.
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  • Von Die Griechenland Krise grafisch dargestellt | Pipsologie am 12. Dezember 2012 um 3:58 PM Uhr veröffentlicht

    […] By Pip­so­loge | Publis­hed: 12. Dezem­ber 2012 ich habe heute die mei­nen Arti­kel über die Chro­nik der Grie­chen­land­krise aktual­li­siert, und habe bemerkt, dass der Kri­sen­ver­lauf ein gewis­ses Muster […]

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