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Der beste Zeitrahmen einer Handelsstrategie

8. September 2016 Von: PipsologeKommentieren

Ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung einer Handelsstrategie ist die Wahl des Zeitrahmens. Bei dieser Wahl müssen vier Faktoren berücksichtig werden, welche in der ersten Phase unabhängig voneinander analysiert werden, aber schlussendlich voneinander abhängig sind. In diesem Artikel diskutiere ich die vier Faktoren und deren Dilemmas bei der Wahl des geeigneten Zeitrahmens.

Die Kontogrösse

Die Kontogrösse ist ein Faktor, der unter Umständen einen Einfluss auf den Zeitrahmen haben kann. Wenn die Kontogrösse nämlich sehr klein ist, wird der Zeitrahmen nach oben beschränkt. Begrenzt man z.B das Risiko eines Trades auf 0.5%, kann man bei einer Kontogrösse von 2000€ nur 10€ pro Trade riskieren. Bei einem Handel im EURUSD mit 0.01 Lot (1000€) wären das maximal 100 Pips. In diesem Fall müsste man also den Zeitrahmen auf die Kontogrösse anpassen. Darum gilt: Je grösser das Kapital, desto freier ist die Wahl des Zeitrahmens.

Mit immer neueren Finanzprodukten auf dem Markt wird die Grösse des Trading-Kontos immer unwichtiger im Zusammenhang mit der Wahl des Zeitrahmens. Es gibt heute Online-Broker, die Mikro-Kontos anbieten, bei denen ein Mikrolot gerade mal den Wert von 1€ hat – da kann man bereits mit 100€ ein vernünftiges Risikomanagement aufbauen. Das ist gut für Anfänger und Handelssystem-Entwickler, die mit Echtgeld lernen wollen.

Der Zeitaufwand

Ein Portfolio Manager muss seine Investmentstrategie auf die persönlichen Bedürfnisse seines Kunden anpassen. Dabei müssen das Alter, die Risikobereitschaft, das Kapital und die Ziele des Kunden berücksichtigt werden. Bei einer Handelsstrategie eines Traders ist es dasselbe – auch hier müssen verschiedene Faktoren einer Strategie auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Ein wichtiger Faktor für die Wahl des gehandelten Zeitrahmens ist die zur Verfügung stehende Zeit des Traders: Je mehr Zeit man hat, desto mehr kann man den Zeitrahmen frei definieren. Je weniger Zeit man hat, desto mehr muss man auf kurzfristige Strategien verzichten, weil der kurzfristige Handel viel Zeit in Anspruch nimmt. Viele Anfänger und Vollzeitbeschäftigte machen den Fehler, das Gegenteil zu glauben.

Zeiteinheit/Zeitrahmen versus Zeitaufwand beim Handeln

Zeiteinheit/Zeitrahmen versus Zeitaufwand beim Handeln

Daytrader, die auf Minutencharts handeln, erhalten nach jeder Minute neue Eröffnung-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurse, welche eventuell neue Ein- oder Ausstiegssignale triggern. Swing- oder Positionstrader, welche im Tageschart handeln, erhalten nur einmal am Tag einen Höchst-, Tiefst-, Eröffnungs- und Schlusskurs, welche eventuell neue Taten erfordern.

Trader mit viel Zeit zum Handeln können sich den Zeitrahmen frei auswählen, Trader mit wenig Zeit, müssen sich eher auf grössere Zeiteinheiten beschränken.

Die Anzahl der Trades im Zusammenhang mit der Statistik

Angebot und Nachfrage bewegen Preise, und diese werden von fast unendlich vielen Faktoren beeinflusst. Weil man den Markt in einem einzelnen Fall nie 100% vorhersagen kann, ist der Ausgang des nächsten Trades immer ungewiss. Darum stützt sich ein Handelssystem immer auf Wahrscheinlichkeiten. Ein Handelssystem mit positiver Erwartung hat darum erst nach einer grossen Anzahl von Trades Aussagekraft (mit grosser Anzahl meine ich hunderte Trades). Die Anzahl der Trades eines Handelssystems wiederum sind von der Anzahl der gehandelten Produkte abhängig, und in welchem Zeitrahmen diese Finanzprodukte gehandelt werden.

Handelt man in kleinen Zeiteinheiten (oder Trendebenen), dann bekommt man relativ viele Signale, wodurch die Statistik schnell ins Spiel kommt. Handelt man in grossen Zeiteinheiten (oder Trendebenen), dann dauert es länger, bis die Statistik wirkungsvoll wird. Um dies zu kompensieren, handeln Positionstrader in längeren Zeiteinheiten normalerweise mit mehreren Finanzprodukten.

Die Kosten eines Trades

Theoretisch sollte man ohne irgendwelches Wissen ausgeglichen Handeln können, denn entweder steigt der Markt oder er fällt – Die Wahrscheinlichkeit liegt daher bei 50%. Mit Wissen und Können kann man eventuell zusätzlich einige Protzente auf die Gewinnerseite bringen, was einen Handelsvorteil ermöglicht. Um wieviel Prozent lässt sich der Markt schlagen? Dazu ein Zitat vom legendären Investor Peter Lynch:

Wenn du in diesem Geschäft gut bist, dann wirst du 6 von 10 mal richtig liegen, Du wirst nie 9 von 10 Mal richtig liegen.

Peter Lynch

Peter Lynch war sehr gut in seinem Geschäft und hat in einer Zeit investiert, als die Märkte weniger Effizient waren als heute. Eine Gewinnrate von 52%-55% ist heute bereits sehr gut.

Leider ist das obengenannte Chancen-Beispiel nur theoretisch, denn praktisch bezahlt man beim Handeln eine Kommission (Im Devisenhandel einen «Spread»), und die führt dazu, dass die Chancen auf Gewinne Handelsvorteil unter 50% fallen. Je kurzfristiger man handelt, desto schwerer wiegen diese Kosten. Hier zwei Beispiele:

Nehmen wir an, man visiert einen Gewinn von 10 Pips an und setzen eine S/L (Stopp Loss Order) ebenfalls 10 Pips vom Einstieg entfernt (Chancen-Risikoverhältnis von Eins), und nehmen wir an, dass man beim Eröffnen eines Trades 1 Pip Spread bezahlt. In diesem Fall fängt der Trade bei Minus Pip an, d.h. dass das Kursziel ist nicht 10 Pips entfernt ist, sondern 11 Pips, und die Distanz zum S/L liegt nur 9 Pips entfernt. Um ausgeglichen zu handeln, brauchen man jetzt nicht mehr eine Gewinnrate von 50%, sondern von 55% – und wenn wir 2 Pips bezahlen, braucht man sogar eine Gewinnrate von 60%.

Nehmen wir jetzt an, dass man sich entscheidet, in einem längeren Zeitrahmen zu handeln, und ein Gewinn von 100 Pips anvisiert, und den S/L ebenfalls 100 Pips vom Einstieg entfernt setzt. Der Spread beträgt immer noch 1 Pip. Die Distanz zum Kursziel ist nach dem Spread 101 Pips und zum S/L 99 Pips. Um ausgeglichen zu handeln, braucht man in diesem Fall eine Gewinnrate von 51%.

Welche Gewinnrate braucht das Handelssystem um erfolgreich zu sein (inklusive Kosten)?

Welche Gewinnrate braucht das Handelssystem um erfolgreich zu sein (inklusive Kosten)?

Die Tabelle zeigt deutlich, dass es leichter ist, erfolgreiche Handelsstrategien mit längerfristigen Zielen zu entwickeln, als Handelssysteme im kurzfristigen Bereich. Das folgende Diagramm zeigt, dass der Kostenfaktor im langfristigen Bereich an Wert abnimmt.

Diagramm zeigt, dass im kurzfristigen Bereich die Kosten eines Trades schwer fallen

Die Kosten wiegen vor allem im kurzfristigen Bereich schwer.

Je kurzfristiger der Handel und je teurer die Kosten, desto schwieriger ist es, den Markt zu schlagen. Im kurzfristigen Handel (Daytrading) muss darum mit möglichst niedrigen Kosten gearbeitet werden, wobei nicht nur der Spread bei der Brokerwahl entscheidend ist, sondern auch die Slippage beim jeweiligen Broker. Und noch etwas, das es zu beachten gibt: Normalerweise bieten Broker niedrigere Spread für Konten mit hohen Einlagen an.

Fazit

Bei der Wahl des Zeitrahmens oder der Trendgrösse sind die Kontogrösse, die zur verfügbaren Zeit zum Handeln, das eigene Handelssystem und die dabei generierenden Trades, sowie die Kosten zu beachten. Trader, welche viel Zeit zum Handeln haben und zusätzlich über ein grosses Handelskapital verfügen, haben die Wahl, den Zeitrahmen relativ frei zu gestalten, und bekommen zusätzlich günstigere Konditionen beim Broker. Trader mit wenig Zeit oder Kapital müssen sich sehr genau überlegen, wie sie ihr Manko mit einem geeigneten Handelssystem und dem geeigneten Zeitrahmen wettmachen.

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Über mich

Gil Paz (Jahrgang 1975) - Seit 1999 Börsianer, seit 2012 Vollzeittrader. Studierter Historiker und Politologe.
Liebt und lebt die Märkte und denkt in diesem Augenblick wahrscheinlich über die nächste Handelsidee nach. Weiterlesen…

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