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Was ich beim Fotografieren über das Trading gelernt habe

4. März 2016 Von: PipsologeKommentieren

Ich bin Trader von Beruf und Hobby-Fotograf. Der Blick durch den Sucher der Kamera ist für mich eine nötige Abwechslung vom Tradings-Alltag. Die Abwechslung brauche ich, damit ich im Handel der Finanzmärkte langfristig flexibel und kreativ bleiben kann. Ich habe gemerkt, dass sich meine Fehlerquote erhöht, wenn ich zu viele Stunden vor den Charts sitze.

Über die Jahre habe ich einige Parallelen zwischen Der Fotographie und dem Trading festgestellt:

Nötige Ausrüstung

Manchmal nehme ich an Fototouren mit Profis und Laien teil. Ich habe bemerkt, dass Laien oftmals die bessere Ausrüstung als die Profis haben. Laien besitzen oft bessere Stative, teurere Fotobänder und exotischere Filter als die Profis. Ich gehe davon aus, dass es dafür zwei Gründe gibt:

Erstens liebt der Laie sein Hobby und gibt dafür gerne sein Erspartes aus, während beim Profi das Fotografieren ein Beruf ist, und er sich hauptsächlich auf den Gewinn konzentriert. Zweitens glaubt der Laie, dass er sein kreatives Manko gegenüber dem Profi mit einer besseren Ausrüstung wettmachen kann.

Beim Trading ist es ähnlich. Hobby-Trader kaufen sich oft teure Trading-PC‘s ,  spezielle Handelssoftware oder erfolgsversprechende  Indikatoren/ Expert-Advisors. Sie hoffen, ihr fehlendes Wissen mit speziellen Indikatoren wettzumachen, was natürlich Illusion ist.

Zum Handel benötigt man einen einfachen Computer, einen Taschenrechner, eine ganz normale Tastatur und eine kostenlose Handelssoftware vom Broker. Es ist hoffentlich überflüssig zu erwähnen, dass es keine langfristig gewinnbringenden Indikatoren/ Expert-Advisor (Roboter) gibt, und wenn es sie gäben würde, dann würden sie nicht verkauft werden.

Technische Erfordernisse

Fotografieren scheint auf den ersten Augenblick ganz einfach zu sein – Man braucht ein Auge für die Komposition und muss zum richtigen Zeitpunkt abdrücken. Technisch gesehen gibt es nur drei Dinge, die man richtig einstellen muss: Die Verschlusszeit, die Blende und die Sensibilität des Sensors. Die richtige harmonische Einstellung der drei Parameter führt zur perfekten Belichtung mit der gewünschten Tiefenschärfe des Bildes.

Die Komposition beim Fotografieren steht sinnbildlich für das Verständnis von Trendebenen einer Preisentwicklung. Der richtige Zeitpunkt zum Abdrücken steht für das Momentum beim Handel. Die richtige Abstimmung von Verschlusszeit und Blende stehen für die Positionsgrösse und der Distanz zum S/L, was zum Risikomanagement einer jeden Handelsstrategie gehört. Das Risikomanagement, als auch das Verständnis von Trendebenen ist eine rein technische Angelegenheit, während die Auswahl des Momentums eine gewisse Kreativität bedarf, welche aus Erfahrung entsteht.

IMG_2218

©Gil Paz

Vorbereitung

In der Naturfotographie ist die Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg. Die besten Fotos macht man während der Dämmerung, also vor dem Sonnenaufgang oder nach dem Sonnenuntergang. Darum rät es sich, bereits vor dem eigentlichen Fotografieren den Ort zu besichtigen und die Komposition zu bestimmen. Die Zeiten des Sonnenaufgangs, Sonnenuntergangs, Mondaufgangs und Monduntergangs sollten ebenfalls geläufig sein. Aus Erfahrung mache ich die besten Fotos, nachdem ich denselben Ort mehrmals besucht habe.

Auch im Trading ist die Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg. An den Finanzmärkten kämpfen die klügsten Köpfe der Welt um jeden Cent. Wer unvorbereitet auf den Märkten operiert, wird aufgefressen – man hat keine Chance! Ich habe eine monatliche, wöchentliche und tägliche Handelsroutine, die mir helfen, auf den Märkten vorbereitet zu agieren.

Geduld

Das Fotografieren erfordert viel Geduld, vor allem in der Street-Fotografie oder wenn man Tiere in ihrer natürlichen Umgebung fotografieren will. Ich habe Kollegen, die verstecken sich mit Tarnkleidung 8-10 Stunden im Gebüsch, nur um mal einen Eisvogel im perfekten Moment das Objektiv zu bekommen. Ich glaube, dass Fotografieren heute so populär ist, weil es uns sehr an die Jagd erinnert. Vor vielen Jahren haben wir Tiere zum Überleben gejagt, heute jagen wir nach dem perfekten Foto für Anerkennung.

Der Handel an den Märkten hat ebenfalls viel mit Jagen und Geduld zu tun. Man muss den Zeitpunkt geduldig abwarten, in dem die Trendebene und das Chancen-Risikomanagement Sinn machen. Nur wer viel Geduld aufbringt, kann langfristig Trophäen (Gewinne) nach Hause nehmen. Ein Gewinn ohne Planung, Geduld und präziser Ausführung ist Glück. Mit Glück wird man langfristig keinen Erfolg haben.

IMG_3284

©Gil Paz

 

Perspektive

Man kann Objekte von der Froschperspektive, von Augenhöhe oder von der Vogelperspektive fotografieren. Man kann auch ein Objekt mit einem Weitwinkelobjektiv von der Nähe oder einem Zoomobjektiv von der Ferne fotografieren. Jedes Mal bekommt man ein ganz anderes Bild, obwohl es sich um denselben Gegenstand handelt.

Aktuelle Gewinne/ Verluste beim Trading beeinflussen einem stärker, als frühere Gewinne oder Verluste. Wir bewerten soeben gelesene Nachrichten/ Analysen stärker, als Nachrichten, die wir gestern oder früher gelesen haben, auch wenn die gerade gelesene Nachricht älter ist. Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann hat darüber ein sehr populäres Buch geschrieben, das auch für Trader empfehlenswert ist: Schnelles Denken, langsames Denken. An den Märkten muss man kreativ bleiben. Es ist darum wichtig, die Märkte und einem selber immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven zu beobachten, um sich von den eigenen Fehleinschätzungen zu lösen. Ein bekannter Analyst hat einmal gesagt:

Wenn etwas offensichtlich ist, dann ist es offensichtlich falsch

Joe Granville

Erfahrene Trader wissen, wie wahr dieser Satz ist.

Der Unterschied zwischen Hobby und Beruf

Im Zeitalter der Smartphones, welche heute alle mit Kameras ausgestattet sind, wird jeder zum Fotografen und jeder Gegenstand zum Objekt. Trotzdem verdienen nur die Wenigsten mit dem Fotografieren ihren Lebensunterhalt.  Was unterscheidet die Profis von den Hobby-Fotografen? Wie schaffen es einige Fotografen, immer wieder außergewöhnliche Bilder zu produzieren, und sich von der Masse abzuheben? Ok, nicht alle Profi-Fotografen sind besser als Hobby-Fotografen, aber einige, wie zum Beispiel Annie Leibovich, Ziv Koren oder Steven Mccurry schaffen es immer wieder internationale Preise zu gewinnen.   Für sie ist das Fotografieren viel mehr als ein Beruf – sie leben die Fotografie und identifizieren sich damit. Ihr Beruf ist ihre Leidenschaft und darum arbeiten sie härter als alle anderen und erzeugen außerordentliche Resultate. Beim Trading ist es dasselbe: Außerordentliche Resultate werden nicht von Tradern gemacht, die schnell Millionäre werden wollen. Außerordentliche Resultate werden von Tradern gemacht, für die das Traden eine Leidenschaft und der Gewinn nebensächlich ist. Sie arbeiten härter, länger und intensiver als die Masse, und überwinden alle Rückschläge. Die sechs Regeln zum Erfolg von Arnold Schwarzenegger gelten auch im Handel:

  1. Glaube an dich
  2. Breche ab und zu einige Regeln
  3. Hab keine Angst zu Scheitern
  4. Ignoriere die Pessimisten
  5. Arbeite härter als die Anderen
  6. Gib etwas zurück

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Dieser Beitrag wurde unter Trading veröffentlicht, und unter den Stichwörtern Indikatoren, Risikomanagement, Trading getaggt

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Über mich

Gil Paz (Jahrgang 1975) - Seit 1999 Börsianer, seit 2012 Vollzeittrader. Studierter Historiker und Politologe.
Liebt und lebt die Märkte und denkt in diesem Augenblick wahrscheinlich über die nächste Handelsidee nach. Weiterlesen…

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